Thüringer Rassetaubenclub e.V.
Thüringer Rassetaubenclub e.V.

Herzlich willkommen

Werte(r) Besucher,

 

wir freuen uns, dass Sie den Weg auf unsere Homepage gefunden haben. Hier erhalten Sie ständig neue Informationen und alles Wissenswerte rund um den Thüringer Rassetaubenclub.

 

Für weitere Fragen und Anregungen stehen wir Ihnen jederzeit gern zur Verfügung.

Einladung zur Monatsversammlung im September

Unsere nächste Monatsversammlung findet am 14. September statt.

Als Referent konnte Klaus Roth gewonnen werden, er berichtet uns über Englische Short Faced Tümmler.

 

Beginn ist wie gewohnt um 20:00 Uhr in der Gaststätte Roter Hirsch in Thörey. 

Hiermit sind alle Mitglieder aber auch Interessierte recht herzlich eingeladen.

Sommerfest  2018

 

 Am 21.Juli fand unser diesjähriges Sommerfest in Kleinhettstedt statt. Unsere Zuchtfreunde Jürgen Weichold und Roland Kirsten organisierten den Tag vorbildlich. 50 Zuchtfreunde und Züchterfrauen nahmen am Sommerfest teil. Treffpunkt war das Gelände der Senfmühle, von hier aus wurden die verschiedenen Aktivitäten ausgeführt. Der Wettergott zeigte sich nicht besonders gnädig, so hatte er nach wochenlanger Trockenheit einen Landregen für uns parat. Dies tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch, so waren die Temperaturen zumindest erträglich.

Außenansicht der Senfmühle

Nach der Begrüßung durch die Organisatoren und den 1.Vorsitzenden besichtigten wir die Mühle. Jürgen Weichold zeigte seine Vielseitigkeit und leitete die Führung. Er konnte uns ausführlich aus der Vergangenheit und dem gegenwärtigen Geschehen der Mühle berichten. So erfuhren wir, dass die Mühle schon vielseitig genutzt wurde,  u.a. wurde sie in der Vergangenheit schon einmal als Senfmühle betrieben. Vor einigen Jahren wurde dieses Konzept wieder aufgegriffen und wurde zum Erfolg. Die Mühle verfügt zudem über ein Sägegatter, so werden die Möglichkeiten der Mühle vielseitig genutzt. In dem Gebäude der Mühle sind zudem einige Fremdenzimmer eingerichtet und ein Saal gibt die Möglichkeit Familienfeiern auszurichten.

In der Mühle kann man anhand der sehr gut erhaltenen alten Maschinen auf 4 Etagen nachvollziehen, wie die Arbeitsgänge früher waren und kann erahnen wie viele Arbeiter hier beschäftigt waren. In den einzelnen Etagen laden mehrere Sitzmöglichkeiten zum Verweihlen und Fachsimpeln ein.

Nach der Führung konnten im Hofladen die Produkte der Senfmühle verkostet und erworben werden. Dank zahlreicher Senfvariationen war hier für jeden etwas dabei.

 

Nach dem Kaffee mit selbstgebackenem Kuchen führte uns Roland Kirsten zu der am Ortsrand befindlichen Straußenfarm.

 

Durch den "Straußenvater" Rene Meier wurden uns seine mehrere Hektar große Anlage sowie seine Tiere vorgestellt. Seit 2014 betreibt er mit seiner Familie die Straußenfarm im Nebenerwerb. Wir erfuhren von einigen behördlichen Auflagen und Besonderheiten der Straußenzucht. Aber auch sehr Interessantes rund um den Strauß. So lässt sich vom Ei über das Fleisch bis zu Federn, Haut und Knochen alles vermarkten. Die Hennen legen die Eier in ein vom Hahn bestimmtes Nest auf der Koppel. Um an die Eier zu gelangen muss man den Hahn überlisten, da er sein Nest nach Kräften verteidigt. Dass dieses Unterfangen nicht ungefährlich ist, kann man auf Grund der kräftigen Beine und großen Krallen nachvollziehen. Dass die Strauße bis zu 150 kg schwer werden können und trotzdem bis zu 70 km/h schnell laufen können, erleichtert das Eiersammeln nicht gerade.

 

Herr Meier zieht seine Strauße vorwiegend in Kunstbrut auf, lässt jedoch auch die Naturbrut zu. Tiere aus Kunstbrut sind zutraulicher und können somit leichter gehändelt werden. Der Futterbedarf der Strauße ist in Anbetracht der Größe überschaubar. Sie kommen mit ca. 4 kg Futter am Tag aus, wobei Kraftfutter nur einen geringen Teil ausmacht. Vorwiegend graßen die Tiere auf der Weide oder fressen angebotenes Gras und Heu. Zur Verdauung wird Kies (bei Alttieren in der Körnung 8-16 mm) aufgenommen, so kann im Muskelmagen das Futter besser zerrieben werden.

 

Trotz der relativ knappen Befiederung der Strauße sind sie winterhart. Selbst zweistellige Minustemperaturen und Schneefall sind für sie kein Problem. Besonders erstaunlich für unsere Mitglieder war die Information der Sehfähigkeit der Strauße. So können sie auf 3 km Entfernung noch scharf sehen um evt. Gefahren frühzeitig zu erkennen.

 

Wir erfuhren, dass Strauße sehr stressanfällig sind. Dies erfordert besondere Ansprüche an die Aufzucht der Jungtiere, vor Allem in den ersten 3 Monaten kann plötzlicher Stress zum Tode der Tiere führen. Herr Meier hat daher ein Nebengebäude an seinem Wohnhaus als Aufzuchtstation umfunktioniert. Hier finden sich nicht nur die Brutmachinen und Schlupfbrüter wieder, auch ein extra Lagerraum für die Bruteier sowie mehrere Aufzuchträume für die verschiedenen Aufzuchtstadien sind vorgehalten. Alle Räume sind mit Heizung und Klimaanlage ausgestattet um den Jungtieren möglichst optimale Bedingungen zu bieten.   

 

Im Hofladen wurden nach der Führung die verschiedenen Produkte vom Strauß angeboten und wurden von unseren Mitgliedern gern angenommen.

 

Nach der Führung auf der Straußenfarm öffneten Jürgen Weichold und Roland Kirsten ihre Züchterwerkstätten und gaben uns einen Einblick in ihre Zuchten, zahlreiche hoffnungsvolle Jungtiere für die kommende Schausaison sowie die Zucht konnten hier bestaunt werden.

 

Durch das Team der Senfmühle wurde anschließend ein üppiges Grillbuffet mit hausgemachten Salaten angeboten. So konnte der Abend gut gesättigt mit interessanten Zuchtgesprächen abgeschlossen werden.

 

Unser diesjähriges Sommerfest war somit wieder einmal eine gelungene Veranstaltung. Ein besonderer Dank geht an unsere Organisatoren und das Team der Senfmühle für ihre mustergültige Bewirtung.

 

Weitere Bilder vom Sommerfest findet ihr in der Bildergalerie !

Vortrag über Thüringer Schnippen 

 

In der Monatsversammlung im Mai stellte uns Holger Kaps in seinem Fachvortrag  die Thüringer  Schnippen vor. Er berichtete uns dass die Thüringer Schnippen schon ca. 1880 im Raum Sonneberg erzüchtet wurden und schon damals sehr gut durchgezüchtet waren. In Erscheinung und Typ haben sie sich bis heute kaum verändert. Auf Grund ihrer Schlichtheit und Eleganz waren sie schon bei der Gründung der SZG Thüringer Flügel-, Schild- und Schnippentauben sehr beliebt und weit verbreitet. Wie die Meldezahlen auf den Großschauen und Hauptsonderschauen zeigen, erfreuen sich die Thüringer Schnippen auch heute noch größer Beliebtheit. 
Holger stellte uns anschließend anhand von Bildern aus der letzten Schausaison sowie an Bildern von Tieren aus seiner Zucht den Rassestandart der Schnippen vor.  Sie haben eine kräftige Feldfarbentaubengestalt und eine fast waagerechte Haltung. Die Brust soll voll und vorgewölbt sein. Der Kopf wird rund mit ausgeprägten Schnabel-Stirn-Winkel gefordert. An den Augenrand werden hohe Anforderungen gestellt, er wird schmal und feurig rot verlangt. Die Schnabelfarbe wird bei den Roten und Gelben fleischfarbig verlangt. Die Schwarzen und Blauen sollen einen schwarzen und die Blaufahlen einen dunkelhornfarbigen Oberschnabel haben, dieser muss von der Schnabelspitze bis zum Warzenansatz durchgefärbt sein.
Die Grundfarbe der Schnippen ist weiß, farbig sind die  Schnippe sowie der Schwanz mit Decke und Keil. Die Schnippe soll im Ansatz schmal und birnenförmig sein. Sie soll in der Länge nicht weiter als bis zur Augenmitte reichen.  
Holger ging anschließend noch auf die angestrebte Farbe der Schnippen ein. Die Schwarzen und Roten sollen durchgefärbt bis zum Keilansatz mit möglichst Grünglanz auf Decke und Keil sein. Bei den Gelben wird eine gleichmäßige Farbe, auch der Schnippe, angestrebt. Bei Blau und Blaufahl wird eine gleichmäßige Farbe angestrebt. Der Schwanz soll eine gut abgegrenzte Schwanzbinde zeigen. Holger berichtet, dass hier vor allem die Keilfarbe häufig Wünsche in der Reinheit aufwirft, diese ist oft dunkel angelaufen. 
Holger betonte, dass die Thüringer Schnippe eine sehr agile und zuchtfreudige Rasse ist, welche ohne Probleme im Freiflug oder in Volieren gehalten werden kann.

 

Rückblick auf die JHV 2018

 

Am 13 April fand unsere Jahreshauptversammlung in unserem gewohnten Versammlungslokal in Thörey statt. Unser 1. Vorsitzender Holger Kaps konnte 76 Mitglieder begrüßen. Nach der Begrüßung erhob sich die Versammlung zu Ehren der jüngst verstorbenen Vereinsmitglieder Hans-Peter Heerwagen und Uwe Vennemann.
Durch den 2. Schriftführer des TRC, Werner Zemann, wurde das Protokoll der letzten Monatsversammlung verlesen, zudem verlas der 1. Vorsitzende eine Liste der Geburtstage im Monat April unserer Mitglieder.
Anschließend folgten die Berichte des Vorstandes. Holger Kaps berichtete, dass in der letzten Ausstellungssaison die Vogelgrippe nicht mehr so stark in den Blickpunkt gerückt wurde wie im Vorjahr und so keine behördlich angeordneten Ausstellungsverbote zu verzeichnen waren. Unsere Mitglieder konnten somit ihre Tauben erfolgreich präsentieren. Er hob hervor, dass sich zahlreiche Mitglieder des TRC an der 66. VDT-Schau in Leipzig beteiligt haben. Somit konnten neben dem 2. Platz in der Vereinsmeisterschaft auch 29 Deutsche Meistertitel durch Mitglieder des TRC errungen werden. 
Der 1. Vorsitzende betonte, dass es im letzten Jahr erneut gelungen ist in jede Monatsversammlung einen Fachvortrag zu integrieren, zudem lobte er die rege Teilnahme an den Versammlungen durch unsere Mitglieder. Er regte aber auch an sich noch intensiver an den Diskussionen zu den Vorträgen oder zu Verbandsfragen zu beteiligen. 
Holger Kaps berichtete, dass im letzten Jahr 7 neue Mitglieder im TRC aufgenommen werden konnten. Er gab zudem eine Vorschau auf zukünftige Aktivitäten des TRC. So ist auch in diesem Jahr wieder ein Vereinsnachmittag und 2019 wieder eine Clubschau geplant, erste Vorbereitungen hierfür wurden schon getroffen. Am Ende seines Jahresrückblickes dankte der 1. Vorsitzende allen Mitgliedern und dem Vorstand für ihr Engagement  rund um den TRC.
Den Bericht des Zuchtwartes Jürgen Weichold verlas Volker Flachsbarth, da Jürgen verhindert war. In seinem Bericht lobt Jürgen Weichold die hohe Ausstellungsbereitschaft unserer Mitglieder auf den verschiedensten Schauen im Bundesgebiet. Er ging besonders auf die VDT-Schau in Leipzig und die Nationale in Erfurt ein. Jürgen stellte fest, dass Leipzig sich mittlerweile im Ausstellungsgeschehen des BDRG an die erste Stelle gesetzt hat. Mit ca. 30000 Rassetauben war die VDT-Schau wieder die größte Schau in der Schausaison. Unser Zuchtwart hob die Erfolge unserer Mitglieder in der Vereinsmeisterschaft und der hohen Anzahl der erzielten Deutschen Meisterschaften hervor. 
Mit Blick auf die 99. Nationale in Erfurt sprach Jürgen Weichold den Organisatoren um Ausstellungsleiter Thomas Stötzer ein Kompliment für die mustergültige Ausstellung aus. Als kleinen Wehrmutstropfen nannte er die leider immer wieder vorkommenden Tierdiebstähle. Er rief dazu auf diesen „Experten“ das Handwerk zu legen und diese aus dem Verband auszuschließen.  Züchterisch war die Nationale für unserer Mitglieder auch ein voller Erfolg, so wurden mehrere Mitglieder des TRC mit ihren Tieren Landesmeister und/oder Bundessieger. Auch die vom LV Thüringen ausgespielten „Goldenen Siegerringe“ konnten durch Mitglieder unseres Vereines errungen werden. Dies gelang Dieter Kästner auf Lockentauben und Las Ißleib auf Zwerg Italiener. Zudem errang Manfred Haß mit seinen Schmalkalder Mohrenköpfen die „Goldene Taube“ des HK-Verlages. Besonders hob Jürgen Weichold hervor, dass mit Ben Maurice Hörcher, Alexa Sauerwald und Jonny Keyßner auch Jugendliche unseres Vereines sehr erfolgreich ihre Tiere präsentierten.
In seinem Bericht lobte unser Zuchtwart den Zusammenhalt im Verein und betonte die Qualität der Monatsversammlungen durch die jeweiligen Fachvorträge. Zudem rief er die Mitglieder auf sich bereits jetzt zu dem anstehenden 20 jährigen Vereinsjubiläum im Jahr 2021 Gedanken zu machen.
Unser Kassierer Michael Kley konnte einen positiven Kassenbericht vermelden, welcher die Aktivitäten des TRC auch in der Zukunft absichern kann.
Den Bericht der Kassenprüfer hielt Matthias Hauck. Er konnte dem Kassierer eine vorbildliche Kassenführung bescheinigen. Die Versammlung entlastete daraufhin den Kassierer und den Gesamtvorstand auf Antrag einstimmig.
Unter dem Punkt Wahlen standen Volker Flachsbarth als 2. Vorsitzender und Werner Zemann als 2. Schriftführer zur Wiederwahl, zudem hat Matthias Hauck für den Posten des Beisitzers kandidiert. Alle Kandidaten wurden einstimmig wieder- bzw. gewählt.
Der Punkt Ehrungen nahm erneut einen zentralen Bestandteil der JHV ein. So konnte Holger Kaps die Bänder und Urkunden des VDT sowie eine Tasse vom TRC mit dem jeweiligen Rassemotiv an die 29. Deutschen Meister überreichen. Weiterhin wurden verdienstvolle Mitglieder des TRC mit VDT-Nadeln ausgezeichnet. Die VDT-Nadel in Silber erhielten:

 

        Hildegard Blum        

        Gerhard Heimann        

        Christian Stoicheck
        Dieter Wehner        

        Frank Zemann        

        Knut Apel
und  Matthias Apfel.

 

Die VDT-Nadel in Gold wurde an:

    

       Adolph Löbl          

       Werner Zemann        

       Walther Hüttner
und Hermann Schlöffel

 

verliehen.

Im Punkt Verschiedenes stimmte die Versammlung über die Möglichkeiten der neuen Regularien zur Vergabe der Deutschen Meisterschaft im VDT ab. Weiterhin gab Holger Kaps einen Rückblick auf den Landesverbandstag Thüringens in Gera, die JHV des Fördervereines für das Deutsche Taubenmuseum in Nürnberg sowie einen Bericht auf den Stand der Vorbereitungen der VDT-Schau 2019 in Kassel.

Um 21:30 Uhr beendete unser 1. Vorsitzender die Jahreshauptversammlung und wünschte allen Mitgliedern einen guten Nachhauseweg und gute Zuchterfolge für 2018.

 

 

 

                                      Vortrag über Jungtaubenkrankheit

 

In der Monatsversammlung im März hatten wir die bekannte Tierärztin Frau Dr. Kny aus Leinefelde zu gast. Sie gab uns Auskunft über die Jungtaubenkrankheit. Das dieses Thema auf breites Interesse in der Züchtserschaft stößt, zeigte die vorzügliche Teilnahme von Vereinsmitgliedern aber auch mehrerer Gäste. So waren alle Sitzplätze des Saales besetzt.

 

Frau Dr. Kny berichtete uns, dass das Phänomen Jungtaubenkrankheit schon seit mehreren Jahren bekannt ist, so schlimm wie in der letzten Ausstellungssaison sei es jedoch bisher noch nicht gewesen. Sie betonte jedoch auch, dass nicht jede Taube, welche verstorben ist auch die Jungtaubenkrankheit hatte. So berichtete sie uns, dass der typische Verlauf vom Ausbruch der Krankheit bis zum Tod 6-7 Tage dauert. Daher kann es nicht sein, dass sich eine Taube, welche auf der Ausstellung verendet ist sich auf dieser Ausstellung mit dem Virus angesteckt hat. Entweder war sie bereits beim Einsetzten erkrankt oder ist an einer anderen Krankheit verstorben.

 

Gründe für den starken Ausbruch der Krankheit in diesem Jahr sieht Frau Dr. Kny vor allem darin, dass viele Züchter das Krankheitsbild offensichtlich nicht kennen oder zu lange warten ehe sie mit der Behandlung der Tauben beginnen. Uns wurde berichtet, dass durch die Jungtaubenkrankheit die Speiseröhre der infizierten Tauben zuschwillt. Die Schwellung ist nach 3-4 Tagen so stark, dass die Tiere kein Wasser und kein Futter mehr aufnehmen können. Das "Auskotzen" des Futters ist ein Anzeichen hierfür, da es der Taube nicht gelingt die aufgenommenen Körner zu schlucken. Viel schlimmer als die gehemmte Nahrungsaufnahme ist die fehlende Zufuhr mit Wasser. Das hat zur Folge, dass die erkrankte Taube nach 7 Tagen so stark ausgetrocknet ist, dass sie verstirbt. Bei Feststellung einer Erkrankung der Tauben an Jungtaubenkrankheit ist es daher besonders wichtig dass die Tauben Wasser aufnehmen. Sollten sie dies nicht von alleine können, muss der Züchter dies mittels einer Plastikkanüle nachholen. Hierzu sollten ca. 20 ml morgens und abends, nach möglichkeit mit Elektrolyten angereichertes Wasser verabreicht werden. 

 

Neben der gehemmten Nahrungs- und Wasseraufnahme ist hellgrüner Kot ein Anzeichen auf die Jungtaubenkrankheit. Frau Dr. Kny verdeutlichte aber, dass nicht jede Taube die grünen Kot absetzt zwingend an der Jungtaubenkrankheit erkrankt sein muss. Hier kommen auch andere Krankheitsbilder wie Hexamitenbefall, Paramyxovirose, Salmonellose oder Kokzidiose in Betracht. Sie berichtete uns weiter, dass beim Ausbruch der Jungtaubenkrankheit das Verdauungssystem der Taube gestört ist. Eine vorsorgliche Gabe von Antibiotika hilft nichts, da diese auch die gutartigen Kolibakterien im Darm abtöten und so das Immunsystem der Taube zusätzlich schwächen.  Ist die Taube an Jungtaubenkrankheit erkrankt, müssen besondere Ansprüche an das Futter gestellt werden. Zum einen sollte dieses klein sein um die verengte Speiseröhre passieren zu können. Zum anderen sollte sie angefeuchtet sein, um der Taube auch über das Futter Wasser zuzuführen. Besonders gut hierfür eignen sich Haferflocken und Reis, möglich ist auch die Gabe von Diätfutter. 

 

Frau Dr. Kny gab weiter an, dass die Züchter vorbeugende Maßnahmen treffen können. So sollten die Tiere vor der Beschickung der Ausstellung an den Käfig gewöhnt werden, indem sie 7 Tage vor der Ausstellung in einen Käfig gesetzt werden. Hier sollten sie mit Diatfutter und mit Elektrolyten angereichertem Wasser versorgt werden, auch die Gabe von Darmersatzbakterien auf Milchsäurebasis ist denkbar. Zu eiweisreiches Futter fördert die Bildung von bösartigen Kolibakterien im Darm und können daher einen Ausbruch der Jungtaubenkrankheit begünstigen. Auf der Ausstellung sollten möglichst die Zwischenwände zwischen den Käfigen abgetrennt werden um eine Übertragung von Tier zu Tier zu hemmen. Auch sollten durch die Ausstellungsleitungen sichtbar erkrankte Tiere früher aus den Käfigen genommen und in einen seperaten Raum untergebracht werden. Nach der Ausstellung sollten die Tauben nicht direkt zu den anderen Tauben in einen Schlag gelassen werden, sondern 7 Tage getrennt gehalten werden (Quarantäne). Hier sollte als Futter wiederum möglichst Diätfutter bzw. Haferflocken und Reis sowie Wasser mit Elektrolyten gegeben werden. Frau Dr. Kny gab an, dass gegen die Jungtaubenkrankheit auch eine vorbeugende Impfung erfolgen kann. Diese wird vornehmlich bei den Brieftaubenzüchtern angewendet, ihrer Meinung nach ist die Impfung bei den Rassetauben jedoch nicht sinnvoll, da hier meist die Jungtauben in mehreren Bruten und nicht zur gleichen Zeit aufgezogen werden.

 

Frau Dr. Kny gab zu Bedenken, dass es nach einem intensiven Jahr der Jungtaubenkrankheit  in der Regel 2-3 Jahre dauert, bis eine Immunisierung gegen den Erreger eintritt. Daher werden die Züchter, welche im letzten Jahr Probleme mit der Jungtaubenkrankheit in ihrem Bestand hatten vermutlich auch in diesem Jahr wieder mit einem neuerlichen Befall rechnen müssen. Werden die Anzeichen der Erkrankungen jedoch rechtzeitig erkannt, können sie bei entsprechender Behandlung ohne Verluste eingeschränkt und bekämpft werden. 

 

 

Tendenzen in der Rassegeflügelzucht

In der Monatsversammlung in Februar hielt unser Zuchtwart Jürgen Weichold einen Vortrag über Tendenzen in der Rassetaubenzucht. Er ging hierbei anhand von Folien vor allem auf Änderungen und Weiterentwicklungen einzelner Rassen ein.

Zu Beginn seines Vortrages gab er einen Rückblick auf das Vereinsgeschehen im letzten Jahrhundert. Die einzelnen Vereine waren damals deutlich mitgliedsstärker und auch die Versammlungen waren deutlich besser besucht. Die Vereine und Versammlungen dienten damals vor allem als Informationsaustausch und waren oft die einzigen sozialen Kontakte, das Fernsehen war damals noch nicht flächendeckend verbreitet und an das Internet war noch nicht zu denken. So waren Gaststätte damals auch noch besser besucht.

Zuchtfreund Weichold berichtete, dass die Zucht von Rassegeflügel und Tauben damals vor allem wirtschaftlichen Aspekten diente. In Zeiten von Futterknappheit standen eine gute Verwertung der Futtermittel, Frohwüchsigkeit und Zuverlässigkeit in der Brut und Aufzucht im Vordergrund. Eine besonders gern gesehen Eigenschaft der Tauben war vor allem das „Feldern“. So konnte zusätzlich Futter eingespart werden, dies erforderte jedoch eine gewisse Flugfähig- und -freudigkeit der Tauben.

 

Heutzutage steht mit den zahlreichen Futtermittelherstellern dem Züchter eine breite Palette an verschiedensten Produkten zur Verfügung, durch örtliche Satzungen und Beschränkungen sowie dem Anstieg des Greifvogelbestandes ist es vielen Züchtern nicht mehr möglich ihre Tauben im Freiflug zu halten. Die Eigenschaft des Feldern kann daher meist vernachlässigt werden. Der Schwerpunkt liegt heutzutage auf anderen Eigenschaften. Ob dies immer den einzelnen Rassen dienlich ist bleibt fraglich. Zuchtfreund Weichold berichtete, dass früher auf nahezu jedem zweiten Hof Strasser oder Luchstauben gehalten wurden. Die Tauben waren damals noch flugfähig, brutfreudig und felderten stark. Auf Ortsschauen konnten nicht selten Meldezahlen von über 100 Tieren dieser Rassen erreicht werden. Heutzutage haben vor allem die Strasser deutlich an Größe und Gewicht zugenommen, dies hat jedoch negative Auswirkung auf die Nachzucht. Die Folge davon wiederum sind geringere Ausstellungszahlen. Anhand von der Gegenüberstellung von Folien des „alten“ und „neuen“ Strassertypes konnte man die doch deutlichen Unterschiede sehen.

 

Auch die Weiterentwicklung der Pfautaube mahnte Jürgen Weichold als bedenklich an. Die heute geforderte veränderte Beinstellung der Tauben wirkte sich ebenfalls nicht positiv auf Befruchtung und Bruterfolge aus. Auch bei Kropftauben sind derartige Tendenzen erkennbar. So wird z.B. bei den Elsterkröpfern heutzutage ein deutlich höhere Stand gefordert als früher. Dies hat zur Folge, dass häufig Ammen eingesetzt werden müssen um Junge nachzuziehen.

 

Jürgen Weichold berichtete, dass dieser Trend jedoch nicht bei allen Rassen zu beobachten ist, so hat sich der Typ der Perückentauben und auch von vielen Farbentauben kaum verändert. Teilweise ist auch schon wieder ein Umdenken zu erkennen, was den Erfolg der noch jungen Rasse der Altorientalischen Mövchen zeigt. Diese sollen wieder einen längeren Schnabel als die Orientalischen Mövchen haben und können ihre Nachzucht wieder selbst und ohne Ammen aufziehen.

 

 

 

 

Vortrag über Thüringer Schildtauben

Für die Monatsversammlung im Dezember war ein Vortrag von Karsten Krauß über Thüringer Schildtauben geplant, Karsten konnte diesen krankheitsbedingt leider nicht halten. So übernahm Holger Kaps kurzerhand die Aufgabe und stellte uns die Thüringer Schildtauben vor.

 

Zunächst brachte uns Holger den Standard näher. Er teilte uns mit, dass die Thüringer Schildtauben eine kompakte, kräftige Feldtaubengestalt haben. Das namensgebende Schild wird groß und gut abgerundet gefordert. Zudem muss es gut im Körper eingebaut sein, d.h. vor und unter dem Schild muss weiß sichtbar sein. Um dies zu erreichen muss eine entsprechende Brustbreite und -fülle vorhanden sein.

Der Kopf der Thüringer Schildtauben wird rund gefordert, durch den waagerechten Schnabeleinbau entsteht ein guter Stirnwinkel. Der Augenrand wird heutzutage zart und rot verlangt. Die Halsführung soll elegant, also nicht zu kurz und gut verjüngt, sein.

Die Schildtauben zeigen 8-10 weiße Handschwingen, wobei ein Unterschied von 2 Schwingen toleriert wird. Ein Tier, welches 8/10 beschwingt ist, kann somit die Höchstnote erreichen. Grundsätzlich sollen die Klappenfedern durchgefärbt sein, insgesamt eine weiße Klappe ist jedoch gestattet.

 

Holger zeigte uns anschließend anhand von aktuellen Bildern der diesjährigen VDT-Schau den derzeitigen Zuchtstand der einzelnen Farbenschläge und erläuterte die einzelnen Rassemerkmale sowie die Anforderungen an die Farbe und Zeichnung.

 

Jürgen Weichold gab anschließend einen kleinen Rückblick auf Thüringer Schildtauben in der DDR. Zunächst lobte er die Entwicklung der Rasse. Waren vor der Wende nur wenige Thüringer Schildtauben auf den Sonderschauen zu sehen, so haben sich die Meldezahlen heutzutage stark gesteigert. Meldezahlen von bis zu 500 Tieren auf der Hauptsonderschau sind keine Seltenheit, die Thüringer Schildtauben nehmen somit hinter den Thüringer Flügeltauben den 2. Platz bei den Meldungen ein. Auch die Anzahl der standartisierten Farbenschläge hat sich auf heute 23 enorm erhöht. Jürgen berichtete weiter, dass früher der heutzutage geforderte rote Augenrand gestraft wurde. Auch die Schmalzkiele wurden gestraft, was zur Folge hatte, dass die Lackfarben nicht so glanzreich waren, wie sie heute sind. Er berichtete weiter, dass Höchstnoten nur „gleich-beschwingte“ Tiere, vorzugsweise auf 10 /10 beschwingte Tiere vergeben wurden. Dies hatte zur Folge, dass bei den Thüringer Schildtauben kaum die Note „Vorzüglich vergeben wurde. Auch an die Klappenfedern wurden keine Zugeständnisse gemacht, so wurden nur durchgefärbte Klappen toleriert.

VDT-Schau 2017 in Leipzig

Vom 01.-03. Dezember fand unsere diesjährige VDT-Schau in Leipzig statt. Diese war nicht nur für den VDT selbst, mit über 30000 gemeldeten Rassetauben, ein voller Erfolg, auch unser Verein kann die Schau durchaus als Erfolg verbuchen. Nach ersten Hochrechnungen konnten von Mitgliedern unseres Vereines immerhin 23 Deutsche Meistertitel auf ihre Tauben errungen werden. Hierzu ein herzlicher Glückwunsch !!! Zuchtfreund Stephan Haftendorn konnte zudem auf seine Orientalischen Mövchen Blondinette mit Spiegelschwanz in blau mit weißen Binden der Titel Deutscher Champion 2017 auf Mövchen errungen werden. Bei der Auslosung zum "Best in Show" fehlte ihm das Quännchen Glück, er wurde als Vorletzter aus der Lostrommel gezogen und verfehlte den Titel somit denkbar knapp.

 

Im Mittelpunkt der Ausstellung standen natürlich auch die Züchtergespräche zwischen den Käfigreihen sowie der Kauf- und Verkauf von Zuchttieren. Mehrere Preisrichter unseres Vereines übten zudem Richtaufträge auf der diesjährigen Fachverbandsschau aus.

 

Ein besonderer Dank geht an den Leipziger Rassegeflügelzuchtverein 1869 e.V. und allen Mitwirkenden für die mustergültige Durchführung der VDT-Schau 2017.

 

Bilder von der VDT-Schau 2017 findet ihr in der Bildergalerie !

 

Vortrag über Weißköpfige und Weißschildige Trommeltauben

 

 

In der Novemberversammlung, welche am 10.11.2017 stattfand, referierte Zfrd. Volker Flachsbarth über Weißköpfige und Weißschildige Trommeltauben.

Als erstes stellte unser Referent die Vogtländer Weißkopftrommeltaube vor. Die Herkunft dieser Trommeltaube ist nicht genau nachvollziehbar. Erste Erwähnungen gab es bereits um das Jahr 1850. Die Vogtländer Weißkopftrommeltaube entstand vermutlich aus Kreuzungen zwischen Altdeutschen Trommeltauben und Sächsischen Mönchtauben. Ihr Erzüchtungsgebiet ist das sächsische Vogtland. Im Jahre 1910 gründete sich der Sonderverein, welcher vier Jahre später schon 100 Mitglieder hatte. Als Rasse typisch nannte Zfrd. Flachsbarth den weißen Kopf, die Schnabelnelke, welche die Nasenwarze abdecken muss, weiße Latschen und 6-10 weiße Handschwingen. Als Zuchtschwierigkeiten wurden u. a. nicht durchgefärbte Bäuche und Augenfehler genannt. Die Vogtländer Weißkopftrommeltaube ist in 16 Farbenschlägen anerkannt, der Referent besprach diese an Hand von Bildern.

Als nächstes wurde die Dresdner Trommeltaube vorgestellt. Ihr Erzüchtungsgebiet ist der Großraum Dresden. Die Dresdner Trommeltaube ist weißschildig, hat eine kräftig Figur, ihre Haltung ist fast waagerecht, die üppigen Latschen und Geierfedern sind trotz der eher kurzen Ständer gut sichtbar. Die Federreiche Haube muss beidseitig Rosetten aufweisen, dieses ist auch ein deutlicher Unterschied zur deutschen doppelkuppigen Trommeltaube. Die Dresdner gibt es in den Farbenschlägen rot, gelb und schwarz. Die Farbe muss lackreich und intensiv sein.

Die dritte Trommeltaube, welche besprochen wurde, ist die Harzburger Trommeltaube - auch diese Taube ist weißschildig. Die Harzburger wurde in Harlingerode, einem Ortsteil von Bad Harzburg, in den 1970iger Jahren erzüchtet. Bei der Erzüchtung wurden Deutsche Doppelkuppige Trommeltauben und Dresdner Trommeltauben miteinander verpaart. Diese Taube gibt es in den Farbenschlägen rot und gelb.

Danach wurde uns die Geschichte der Bernburger Trommeltaube näher gebracht. Bernburger Trommeltauben wurden in alten Niederschriften bereits im Jahre 1758 erwähnt. Auf dem Hof im Schloss zu Bernburg wurden Tauben gehalten, die als Vorfahren der Bernburger Trommeltaube gezählt werden. Den Namen Bernburger Trommeltaube erhielten sie im Jahr 1885. Diese Taube wird durch einen eigenen Sonderverein betreut, welcher 1908 gegründet wurde. Den Kopf soll eine hochstehende, abgerundete und federreiche Haube zieren. Die Schnabelnelke muß die Warze bedecken. Die Mönchzeichnung, die ca. 1cm unter dem Auge verlaufen sollte, 7-10 weiße Handschwingen, weißer Schwanz und weißer Keil, alle anderen Körperteile sind farbig, so sieht eine typische Zeichnung einer Bernburger Trommeltaube aus.

Im Anschluss berichtete Zfrd. Flachsbarth über die Fränkischen Trommeltauben weißschildig. Diese Taube wurde um 1900 anerkannt. Der Sonderverein, der diese Tauben betreut, gründete sich 1924 und ist heute ca.130 Mitglieder stark. Die Fränkische Trommeltaube ist eine kräftige und kompakte Taube, welche in rotweißschildig und gelbweißschildig anerkannt ist.

Als letztes ging der Referent auf die Weißköpfe und gemönchten Altenburger Trommeltauben ein. Diese Zeichnungsvariante ist bei den Altenburgern in 17 Farbenschlägen anerkannt.

Mithilfe einer Präsentation wurden die Feinheiten interessant vermittelt. Der heutige Zuchtstand wurde durch Zfrd. Flachsbarth am lebenden Tier erklärt.

 

M.Kley

Besprechung von Vorbereitungen auf die Schausaison

Die Ausstellungssaison steht nun unmittelbar bevor, daher standen in der Oktoberversammlung des TRC die Vorbereitungen auf die anstehenden Schauen im Mittelpunkt. Im Vortragsteil berichteten einige Züchter über ihre individuell an ihre gezüchteten Rassen angepassten Vorbereitungen auf die jeweiligen Ausstellungen.

 

Zunächst schilderte Volker Flachsbarth die Vorbereitungen von belatschten Taubenrassen anhand von mitgebrachten Deutschen Doppelkuppigen Trommeltauben sowie Bucharischen Trommeltauben. Er berichtete, dass die Latschen einer intensiven Pflege bedürfen. Volker berichtete, dass er seine Tauben 3 Tage vor dem Einliefern wäscht. Die Latschen bürstet er aus, während das übrige Körpergefieder mit einem Schwamm gereinigt wird. Anschließend kommen die Tiere in ein geräumigen Schlag und werden auf Hobelspäne gehalten um neuerliche Verschmutzung zu verhindern. Wichtig ist, dass der Schlag nicht zu hoch besetzt ist um gegenseitige Beschmutzung zu vermeiden. Auf Grund des ausgeprägten Fußwerkes müssen auch entsprechende Platzvoraussetzungen an den Futtergrippen gegeben sein. Auch die Abteile in den Transportkisten müssen größer sein als bei glattfüßigen Tieren um ein Abbrechen der Latschenfeder zu vermeiden. Volker berichtete zudem, dass die Bucharischen Trommeltauben im Verlaufe des Jahres schon an das Fressen bzw. Saufen aus den Saufnäpfen der Ausstellungskäfige gewöhnt werden müssen, sonst würden sie auf den Ausstellungen keine Nahrung aufnehmen. Volker füttert seine Tauben daher im Zuchtschlag in diesen Näpfen. Wichtig hierbei ist, dass unterschiedlich gefärbte Näpfe verwendet werden, um sie optimal vorzubereiten. Durch das ruhige Wesen der Dt. Doppelkuppigen und Bucharischen Trommeltauben ist eine spezielle Gewöhnung dieser Tiere an den Ausstellungskäfig nicht erforderlich.

Auf Grund der aufwendigen Vorbereitungen und dem Anspruch an den Platzbedarf können auch nicht so viele Tiere zu den Ausstellungen gemeldet werden. Meist kann ein Tier auch nur auf einer Schau präsentiert werden, da nicht selten das Latschengefieder im Schaukäfig beschädigt wird.

 

Jürgen Offhaus berichtete anschließend über die Vorbereitungen seiner Steigerkröpfer auf die Ausstellungssaison. Bei den Kropftauben ist eine intensive Gewöhnung an den Ausstellungskäfig erforderlich. Jürgen setzt seine Tauben bereits ab September immer wieder für unterschiedlich lange Zeiträume in die Käfige. Er berichtet, dass die Dressur der Kropftauben eine wichtige Rolle spielt um den gewünschten Schauerfolg zu erreichen. Er teilte uns mit, dass sich Täubinnen leichter dressieren lassen als die Täuber. Nicht selten sind die Tiere bei entsprechender Dressur auf den Züchter geprägt und erkennen den Züchter, wenn er in der Ausstellungshalle an den Käfig kommt.

 

Werner Zemann berichtete uns anschließend, dass seine Jenensekröpfer keiner großen Schauvorbereitungen bedürfen. Entgegen der Edelkropftaubenrassen ist hier keine spezielle Dressur erforderlich. Auch müssen seine Tiere nicht groß geputzt werden. Eine zeitnahe Gewöhnung an den Ausstellungskäfig ist bei dieser Rasse jedoch ebenfalls erforderlich.

 

Das auch bei den Pfautauben eine Gewöhnung an den Ausstellungskäfig ein wichtiger Bestandteil ist um Schauerfolg zu erlangen, berichteten uns Wolfgang Forbig und Adolph Köbl. Beide berichteten, dass auch sie ihre Tiere vor der Schau waschen, hierzu wird lauwarmes Wasser verwendet und entgegen der Federlage agiert. Spezielle Vorbereitung bedarf vor allem der Fächer. Während Wolfgang Forbig alle Fächerfedern zur gleichen Zeit zieht um eine gleichmäßige Entwicklung zu gewährleisten, lässt Adolph Köbl die Fächerfedern im natürlichen Rhythmus mausern, beide Varianten sind erfolgreich wie die Ausstellungserfolge beider beweisen. Unmittelbar vor der Ausstellung werden die Fächerfedern dann gelegt und mittels Klebeband fixiert. Das Klebeband wird möglichst erst so spät wie möglich in der Ausstellungshalle entfernt. Das Legen des Fächers ist in erster Linie erforderlich, dass der Schwung am Fächer abgleiten kann und diesen bei der Bewegung nicht durchstößt, so können unschöne Lücken im Fächer vermieden werden.

 

Da auch das Putzen unserer Tauben immer wichtiger wird um Schauerfolg zu erzielen, zeigte uns Matthias Hauck seine „Putztechniken“ anhand seiner Thüringer Weißschwänze. Zunächst wickelt er die zu putzende Taube in ein Geschirrhandtuch ein, um sie zu fixieren. So hat er beide Hände für das Putzen frei. Matthias zeigte uns eindrucksvoll, wie er mit wenigen Griffen die Form der Schnippen seiner Weißschwänze in Form bringt. Er betonte, dass beim Putzen besondere Ansprüche an die Schere gestellt werden. Diese muss vor allem an der Spitze scharf sein um die zu putzenden Federn am Grund entfernen zu können. Matthias nimmt hierfür Nagelscheren. Im Gespräch wurde bekannt, dass die Länge der Scheren bei den einzelnen Züchtern z.T. stark variiert.

Wie man bei dem Putzen einer Rundhaube vorgeht zeigten uns Jürgen Weichold anhand einer Pommerschen Schaukappe und Volker Flachsbarth anhand der Bucharischen Trommeltauben. Volker zeigte uns an einem Tier auch, dass ein sogenannten „Rundschnitt“ die Haube zwar in Form bringen kann. So wird jedoch deutlich sichtbar dass geputzt wurde, was nicht zulässig ist.

Rassevortrag über Mönchtauben

Im Rassevortrag der Monatsversammlung im September standen die Mönchtauben im Blickpunkt. Durch Michael Hüter wurden der Versammlung die zunächst die Feinheiten der Mönchzeichnung vorgestellt, welche sich in allen anerkannten Rassen wiederfindet. Bei farbiger Grundfarbe zeigen die „Mönche“ einen weißen Kopf, 8-10 Handschwingen, Schwanz mit Decke und Keil sowie falls vorhanden Fußbefiederung. Das Farbfeld wirkt somit „wie eine Kutte übergeworfen“. Diese Zeichnungvariante kommt nicht nur bei den klassischen Mönchtauben, sondern auch bei verschiedenen anderen Rassen als Farbenschlag vor. Im Mittelpunkt des Vortrages standen jedoch die standartisierten Mönchtaubenrassen, wobei die Starmönche ausgeklammert wurden.

 

Durch den Referenten wurden zunächst die einzelnen Mönchtaubenrassen vorgestellt. Zuerst ging er auf die Thüringer Mönchtauben ein, diese sind in spitzkappig und glattköpfig in 20 bzw. 26 Farbenschlägen anerkannt. Eine Besonderheit stellen die Farbenschläge blau(fahl) mit weißen Binden, blau(fahl) ohne Binden und blau(fahl)-weißgeschuppt dar, diese sind nämlich nur in der glattköpfigen Variante als Thüringer Mönchtauben standartisiert. Die spitzkappigen Vertreter wurden nach der Wiedervereinigung den Süddeutschen Farbentauben zugeordnet und sind seither als „Süddeutsche Mönchtaube, glattfüßig“ im Standard erfasst.

Anhand von Bildern wurden anschließend die Rassemerkmale, groben Fehler und Farbenschläge der Sächsischen Mönchtauben, Süddeutschen Mönchtauben belatscht und glattfüßig sowie die Thurgauer Mönchtauben vorgestellt. Anhand einer Folie stellte Zuchtfreund Hüter die anerkannten spitzkappigen Varianten der Mönchtauben gegenüber. Hier wurde herausgestellt, dass sich deren Rassestandards in großen Teilen ähneln, jedoch geringe Unterschiede vorhanden sind. Ob diese am lebenden Tier tatsächlich immer 100%ig klar unterschieden werden können bleibt zu bezweifeln. So kann es sicherlich vorkommen, dass einzelne Vertreter in unterschiedlichen Rassen erfolgreich auf Ausstellungen gezeigt werden können.

 

Am Ende des Vortrages stellte Zuchtfreund Hüter anhand von mitgebrachten Tieren die Feinheiten der blauen Farbenschläge der Thüringer, Thurgauer und Süddeutschen Mönchtauben, glattfüßig vor.

Sommerfest 2017 in Wiegleben

Am 19.August fand unser diesjähriges Sommerfest in Wiegleben statt. Als Austragungsort fungierte die „Bäuerliche Hofstätte“ - ein landwirtschaftliches Museum. Hier werden Technik und Geräte vom Feldbau aber auch der Viehwirtschaft aus vergangenen Jahrzehnten gezeigt. Neben Traktoren, Anbaugeräten und Hängern sind auch historische Melkmaschinen und Dinge des täglichen Bedarf aus der damaligen Zeit zu sehen. Zusammengetragen wurden die Exponate vorwiegend von den Höfen aus Wiegleben und der Region.

Insgesamt 80 Zuchtfreunde mit Frauen waren der Einladung gefolgt. Zunächst haben wir uns bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen gestärkt. Ein besonderer Dank geht nochmals an alle Züchter bzw. Züchterfrauen die zu dem reichhaltigen Kuchenbuffet beigetragen haben. Anschließend konnten wir einen Einblick in das rege Zuchtgeschehen in Wiegleben nehmen. Unsere Vereinsmitglieder Rene Zollitsch, Jens Wohlfarth, Karsten Krauß, Wieland Wohlfarth sowie Holger und Steve Kaps öffneten ihre Höfe und präsentierten ihre Zuchtanlagen. So entstanden interessante Gespräche und der eine oder andere konnte Tipps und Inspirationen für die eigene Zucht erlangen.

 

Die Züchterfrauen fuhren mit einem Bus nach Bad Langensalza und nahmen an einer Stadtführung teil.

 

Nach dem Rahmenprogramm trafen wir uns wieder in der Bäuerlichen Hofstätte und ließen die Abend bei Speisen vom Grillwagen „Gaumenschmaus“ sowie dem einen oder anderen Getränk in gemütlicher Runde ausklingen.

 

Ein besonderer Dank geht nochmals an das Team des Vereines Bäuerliche Hofstätte Wiegleben für die Bewirtung und Betreuung.

 

Es war ein rund um gelungenes Sommerfest, bei bestem Wetter.

 

Impressionen des diesjährigen Sommerfestes könnt ihr in der Bildergalerie bestaunen.

Bericht über Berliner Taubenrassen von Götz Ziaja

In unserer Monatsversammlung im August konnten wir unseren VDT-Vorsitzenden Götz Ziaja begrüßen. Er hielt einen Vortrag über Berliner Taubenrassen.

Vor seinem Vortrag bedankte er sich nochmals bei allen Mitgliedern des TRC für die erfolgreiche Durchführung der VDT-Schau 2016 in Erfurt.

Zuchtfreund Ziaja erinnerte zu Beginn seines Vortrages an die Durchführung des Goldenen Siegerringes im Jahr 2012 für Berliner Taubenrassen anlässlich der VDT-Schau in Leipzig.

Zu den Berliner Taubenrassen werden Berliner Kurze, Berliner Lange, Berliner Langlatschige Tümmler und Schöneberger Streifige gezählt. Zunächst ging der Referent auf die Entstehungsgeschichte der Berliner Taubenrassen ein. Diese ist eng verbunden mit der Entstehung von Berlin selbst. Wir erfuhren, das ein Teil der Berliner Taubenrassen ihren Ursprung im slawischen Raum haben. Götz Ziaja erörterte den Zusammenhang der Bevölkerungszuwanderung in Berlin des 18. und 19. Jahrhunderts mit der Entstehung der einzelnen Rassen. In Berlin um 1900 konzentrierte sich die Taubenzucht vorwiegend auf den Stadtbezirk Mitte, den Norden und Osten, also die Stadtteile der sogenannten „Kleinen Leute“, der Arbeiter und Gewerbetreibenden. Die Schöneberger Streifigen, die jüngste der Berliner Taubenrassen, wurde nach einem Stadtteil in dem sie entstanden sein soll, benannt. Man spricht von 1864 an, dem Gründungsjahr des 1. Vereines der Taubenfreunde, von organisierter Taubenzucht in Berlin. In der Folgezeit verbreitete sich die Rassegeflügelzucht rasant, auch in den sogenannten honorigen Kreisen. Bis 1908 explodierte geradezu die Zahl der Taubenvereine.

Wir erfuhren die Gründe für die Blüte der Berliner Taubenzucht und deren weitere Entwicklung. In der heutigen Zeit gibt es leider nur noch 3 aktive Vereine mit ca. 30 Züchtern.

Im Folgenden stellte Götz Ziaja die Berliner Kurzen im Detail vor. Er erklärte uns anhand von Bildern die einzelnen Farbenschläge und Zeichnungen. Wir erfuhren, dass die Geelsterten in der Zucht aufspalten. Danach wurde der Typ der Rasse beschrieben. Charakteristische Rassemerkmale, wie „Murmelkopf“, Schnabel, Brustfülle, Fuß, Flügel- und Schwanzhaltung sowie der Zitterhalsigkeit, wurden beschrieben. Im Idealfall sollte die Taube in einen Kreis passen.

Als nächste Rasse wurden die Berliner Langen besprochen. Diese Rasse wird nur von wenigen Züchtern gehalten. Auch hier wurde in Wort und Bild der Typ dieser Tauben vermittelt. Dabei wurde auf den keilförmigen Kopf, die hohe Beinstellung und das Auge sowie den Augenrand eingegangen. Berliner Lange sind flugfreudige Tauben. In der Zucht fallen aus Zeichnungstieren auch Schwingige mit Perlaugen und weiße mit dunklen Augen. Auch diese Tiere werden auf Ausstellungen gezeigt und bewertet.

Bei den Berliner Langlatschigen Tümmlern wurden wiederum die typischen Rassemerkmale herausgestellt. Im Besonderen wurden Auge, Augenrand, Handschwingen, Latschengröße, Beinlänge und die geforderte waagerechte Körperhaltung besprochen. Die anerkannten Farbenschläge mit der korrekten Farbe und Zeichnung wurden vorgestellt. Eine Besonderheit ist, dass die Geelsterten bei den Lackfarben reinerbig sind, aber bei den Verdünnten aufspalten.

Die Züchter der Schöneberger Streifigen sind in einem eigenen Sonderverein organisiert. Der Schwerpunkt der Zuchtgebiete liegt im Raum Sachsen und in Berlin. Auch hier wurde der Rassetyp mit den besonderen Rassemerkmalen vorgestellt. Als Farbenschläge sind Rot- und Gelbstreifige anerkannt. Feinheiten bei der Farbe und Zeichnung wurden vom Referenten aufgezeigt. Die Schöneberger Streifigen waren früher eine Flugtaube und sind noch heute sehr zuchtfreudig.

W.Zehmann

Vortrag über Schweizer Taubenrassen von Hans-Joachim Fuchs

In unserer Monatsversammlung am 14.07.2017 referierte Hans-Jochaim Fuchs über Schweizer Taubenrassen. Zunächst stellte sich der Referent vor. Sein Interesse für Tauben wurde schon im Alter von 4 Jahren geweckt, somit beschäftigt er sich mittlerweile seit 60 Jahren mit Tauben. Bereits zu DDR-Zeiten wurde galt sein Interesse den Schweizer Taubenrassen. Damals wurde er über einen Beitrag in einem Buch auf die Schweizer aufmerksam. Hans-Joachim betonte, dass vor der Wende nur spärlich Informationen über die Schweizer Tauben bekommen zu waren. Seit 1980 züchtet er Eichbühler. Diese bevölkern genauso wie Poster und Luzerner noch heute seine Schläge. Im Verlaufe seiner Züchterlaufbahn hat er bereits nahezu alle Rassen der Rassegruppe der Schweizer Tauben, und sei es nur zu Probezwecken, gezüchtet. Seit dem Tod von Gerhard Liebscher hat er im Sonderverein der Züchter Schweizer Taubenrassen das Amt des Zuchwartes übernommen. Zuchtfreund Fuchs berichtete, dass er mehrmals im Jahr auch mit Züchtern in der Schweiz Kontakt sucht und auch sämtliche Veranstaltungen des Sondervereines besucht. So kommen im Jahr mehrere 10tausend Kilometer zusammen, die er im Sinne der Rassetaubenzucht zurücklegt.

 

In seinem Vortrag ging Hans-Joachim Fuchs auf alle derzeit anerkannten Rassen der Schweizer Taubenrassen ein. Er berichtete, dass es die Schweizer in 4 Rassegruppen unterteilt sind. Das sind die Normalschnäbligen (Berner, Thurgauer, St.Galler, Wiggertaler, Züricher und Schweizer Einfarbige), die Mittelschnäbligen (Luzerner), die Besonderen – früher der Gruppe der Formentauben angehörend (Berner Halbschnäbler, Eichbühler, Poster) und seit neuestem die Schweizer Kröpfer.

 

Anhand von Bildern des aktuellen Rassestandarts sowie von Aufnahmen der Spitzentiere der einzelnen Rassen anlässlich der letzten Europaschau der Schweizer Tauben aus dem Jahr 2013 beschrieb Hans-Joachim die Feinheiten und Besonderheiten der einzelnen Rassen. Der bekannte „Schweizertyp“ der Berner, Thurgauer und Einfarbigen Schweizer Tauben gleicht einem quer liegenden „S“, welches bei der seitlichen Betrachtung des Kopfprofiles erkennbar sein soll. Dieses beginnt an der Schnabelwarze und führt über die hohe Stirn zur hoch angesetzten Spitzkappe. Der Nackenkamm wird scharf abgegrenzt, ohne Kimme gewünscht.

Die Luzerner bestechen ebenfalls durch ihr besonderes Kopfprofil. Gefordert wird eine leicht ansteigende Linie beginnend von der Schnabelspitze bis zur hoch angesetzten Kappe. Diese soll möglichst lang sein und auch durch die Warze nicht unterbrochen werden. Der Schnabel soll mittellang, beide Schnabelhälften sollen gleich stark sein. Eine Besonderheit stellt auch die Fußbefiederung dar. Wurde zuletzt eine Behosung gefordert, so wird aus tierschutzrechtlichen Gründen nun eine leichte Bestrümpfung angestrebt.

 

Hans-Joachim Fuchs berichtet, dass er über die Eichbühler gehört hat, dass sie „sich im Freiflug über den Habicht erheben und mit ihm spielen sollen“. Aus eigener Erfahrung kann er berichten, dass dieses Phänomen nur beim ersten Kontakt zutrifft, Verlust durch Greifvögel sind daher auch bei den Eichbühlern zu beklagen. Auch bei den Eichbühlern ist die Kopfform eine Besonderheit, denn sie soll eidechsenförmig sein. Die Rasse zeigt einen geduckten Stand und leicht gewinkelte Beine. Es sind zahlreiche Farbenschläge standartisiert.

Der Kopf der Poster soll trapezförmig sein, sie haben einen aufrechten Stand und sind sehr flugfreudig. Auch hier sind mehrere Farbenschläge anerkannt.

Die Berner Halbschnäbler bestechen durch ihr Farbspiel, während das Flügelschild einen Scheckungsfaktor aufweist, sollen die Schwingen gebrandet sein. Derzeit sind nur Schwarz- und Rotschecken anerkannt, andere Farbenschläge sollen jedoch zukünftig zur Anerkennung gebracht werden.

Die Schweizer Kröpfer ähneln dem Thüringer Kröpfer, sollen jedoch einen scharfen Kamm haben.

 

Der Referent betonte, dass einige Rassen wahre Raritäten sind und teilweise nur wenige Zuchten existieren. Zu diesen zählen u.a. die Berner Gugger, Luzerner Weißschwänze und Thurgauer Elmer.

 

Nach seinem Fachvortrag führte Hans-Joachim Fuchs eine Tierbesprechung anhand von mitgebrachten Tieren durch.

 Vortrag von Klaus Ohlendorf: "Taubenreise nach Amerika"

In unserer Monatsversammlung im Juni berichtete uns Zuchtfreund Klaus Ohlendorf von seiner Reise nach Amerika. Er gab an, dass er sich schon länger vorgenommen hatte eine Ausstellung in des USA zu besuchen. Als aktiven Züchter haben es ihm vor allem die Kingtauben und Modena angetan. So bestand der Wunsch diese Rassen auch einmal in deren Heimat auf Ausstellungen zu betrachten.

Im Jahr 2015 feierte der "King-Club" 100-jähriges Jubiläum. Dies nahmen sich einige Zuchtfreunde des King-Club Deutschland zum Anlass und besuchten die "Grand-National", die größte Ausstellung des Jahres in Amerika. Im Jubiläumsjahr fand diese in Ontario (Kalifornien) statt.

Zuchfreund Ohlendorf berichtete zunächst von der Anreise nach und den ersten Eindrücken in Amerika. Die Ausstellung fand Ende Januar 2015 statt. Zu diesem Zeitpunkt war es für unsere Verhältnisse in Ontario sommerlich warm. Die Ausstellung umfasste ca. 8000 Rassetauben. Klaus Ohlendorf erläuterte, dass die Weitläufigkeit von Amerika ein Grund für diese, aus unserer Sicht, relativ geringe Tierzahl ist. Er beschrieb, dass auch nach ordnungsgemäßer Meldung der Tauben und den Absprachen mit den Fluggesellschaften bezüglich des Transportes der Tauben vom heimischen Flughafen zu der Schau noch nicht gesagt ist, dass man seine Tauben auch tatsächlich ausstellen kann. Wenn die Fluggesellschaften am Tag des Fluges nicht genug Platz in den Maschinen haben, bleiben die Tiere zu Hause.

 

Anhand von zahlreichen Bildern schilderte Zuchtfreund Ohlendorf seine Eindrücke von der Ausstellung. In seinem Fokus standen natürlich die Kingtauben und Modena. Einige Bilder anderer Rasse wie z.B. der Show Racer und Giant Homer aber auch einiger Tümmler und Trommeltauben vermittelten einen Überblick über den Zuchstand der Tauben in Amerika. Seine Fotos beinhalteten auch einheimische Rassen, welche hierzulande eher unbekannt und nicht standartisiert sind.

 

Anhand der Kingtauben brachte uns Zuchtfreund Ohlendorf das amerikanische Bewertungssystem näher, welches sich erheblich von unserem unterscheidet. So werden durch die Preisrichter keine Bewertungskarten ausgefüllt anhand derer für den Aussteller oder Besucher ersichtlichtlich ist welche Vorzüge, Wünsche oder Mängel der Preisrichter an dem Tier sieht. Es wird im direkten Vergleich das jeweils beste Tier der Kollektion herausgesucht, dieses Tier ist dann der Champion. Die Kollektionen können auch einzelne Farben einer Rasse und hier ggf. eine weitere Unterscheidung in Jungtier / Jährling / Alttier sowie 1,0 und 0,1 sein. So können pro Farbenschlag bis zu 6 Championtiere ernannt werden. Aus allen Championtieren einer Rasse wird dann erneut im direkten Vergleich das beste Tier, der Grand-Champion gekürt. Die weiteren Platzierungen werden ebenfalls notiert. Zuchtfreund Ohlendorf gab weiter bekannt, dass auf der Ausstellung keinerlei Kataloge ausgegeben oder Listen ausgehängt werden anhand derer der Besucher sehen kann welche Platzierung die einzelnen Tauben gemacht haben. Lediglich der Grand-Champion wird ernannt, die weiteren Platzierungen sind eher unbedeutend. Wochen später erfogt eine Veröffentlichung in der Fachpresse. Auch Auszeichnungen abseits des Grand-Champions werden in Amerika nur spartanisch vorgenommen, so gibt es kaum Bänder, Pokale oder dergleichen. Zuchtfreund Ohlendorf betonte jedoch, dass das Urteil des Preisrichters akzeptiert wird, sollte er mit seiner Bewertung auch mal danebenliegen !

An den einzelnen Käfigen sind Kärtchen angebracht, anhand derer nachvollzogen werden kann um welche Rasse, Farbe und Geschlecht es sich bei dem Tier handelt. Auch der Aussteller ist hier vermerkt. Teilweise unterscheiden sich diese Karten farblich zwischen 0,1 jung, 0,1 alt, 1,0 jung und 1,0 alt.

 

Durch die Reisegruppe um Klaus Ohlendorf wurden u.a. auch Züchterbesuche in Amerika durchgeführt. So zeigte er anhand von Bildern hoffnungsvolle Jungtiere aus der Zuchtanlage vom Kingtaubenzüchter Dennis Rogers. Einige der Tiere konnten durch die Mitreisenden auch erworben werden. In diesem Zusammenhang erläuterte der Referent die Besonderheiten und z.T. Unwägbarkeiten der Einfuhr von Tieren aus Amerika.

 

In einigen Bildern gab uns Klaus Ohlendorf auch einen Einblick in die 100.Jahrfeier des Kingclubs. Dieser wurde im Rahmen eines Mottoabendes durchgeführt, welches Hawaii hieß. Die deutschen Mitfeiernden wurden durch die amerikanischen Zuchtfreunde mit den typischen Hawaiihemden ausgestattet. Das Buffet bestand zum großen Teil aus "fast food", es wurde aber auch ein Spanferkel gebraten.

Bericht über Felegyhazaer und Komorner Tümmler

In der Monatsversammlung am 12.05.2017 stellte uns Zuchtfreund Jürgen Wurzler Felegyhazaer Tümmler vor. Zuchtfreund Wurzler kommt aus Kirchberg in Sachsen und ist ein ausgewiesener Kenner der Rasse mit vielen internationalen Kontakten. Er ist Zuchtwart für Felegyhazaer Tümmler im SV der südosteuropäischen Tümmler sowie im Europaclub.

Der Referent stellte sich zunächst vor. Hierbei erfuhren wir, dass Zuchtfreund Wurzler auch ein Experte für Komorner Tümmler ist. Er dankte im Namen seines Sondervereines den Mitgliedern des TRC für die erfolgreiche Austragung der VDT-Schau 2016.

Zuchtfreund Wurzler ging zunächst auf die Erzüchtung bzw. Entstehung der "Felis" in ihrem Heimatland Ungarn ein. Bei der Verbreitung der Rasse in Deutschland hat seit 1963 Zuchtfreund Walter Göserich aus Leipzig große Verdienste. Heute sind die "Felis" eine weltweit verbreitete Tümmlerrasse. In Deutschland existieren ca. 80 Spezialzuchten mit sehr hohem Zuchtstand.

Felegyhazaer Tümmler sind sehr lebhafte und trotzdem ausgespruchen zutrauliche Tauben mit angenehmen Charakter und einmaligem Aussehen. Zuchtfreund Wurzler beschrieb im Folgenden die Rassemerkmale der Tiere. Er erläuterte zudem die einzelnen Farbenschläge und ging auf die Besonderheiten der Zeichnung der Tauben ein. Danach stellte er die groben Fehler der Rasse dar. Zudem zeigte er Feinheiten der Bewertung der "Felis" auf.

Als langjähriger, sehr erfahrener Züchter dieser Rasse gab Zuchtfreund Wurzler Hinweise zur Zucht dieser Tiere. Dabei erfuhren wir, dass eine frühzeitige Auslese schon im Nest wegen der Zeichnungsmerkmale und Schnabelfarbe möglich ist. "Felis" sind wegen ihrer Herkunft etwas wetter- und kälteempfindlich, deshalb arbeitet der Referent mit beheizbaren Nistschalen. Er lässt die Jungtauben ohne Ammen von den Zuchttieren selbst aufziehen und erwartet pro Paar ca. drei ausstellungsfähige Tiere.

J. Wurzler berichtete anschließend kurz über den SV der südosteuropäischen Tümmler und den Europaclub. Dabei erfuhren wir, dass von dem SV 15 Rassen betreut werden. Die Sommertagung des SV und des Europaclubs findet vom 01.-03.09.2017 in Hartmannsdorf bei Kirchberg statt. Im Jahr 2020 stehen die Felegyhazaer Tümmler im Siegerringwettbewerb. Anschließend präsentierte er Bilder aus seiner Zucht. Außerdem führte er bei von ihm mitgebrachten "Felis" eine Tierbesprechung an den Käfigen durch. Hierbei ging er u.a. auf das Putzen der Hauben und des Brustgefieders (Brustschnitt) ein. Wir erfuhren, dass bei dieser Tümmlerrasse mit ca. 30-40 % ausstellungsfähigen Nachkommen zu rechnen ist. Der silbergeganselte Farbenschlag, welcher erst vor wenigen Jahren anerkannt wurde, gehört in der Qualität noch nicht zu den führenden Vertretern dieser Rasse. Zuchtfreund Wurzler gab noch einen Tipp aus seiner Züchterwerkstatt: Zur Prophylaxe, insbesondere der Jungtaubenkrankheit, empfielt er die Gabe von Propolis ohne Alkohol.

 

Auf Wunsch der Versammlungsteilnehmer wurden von Zuchtfreund Wurzler zudem die Komorner Tümmler besprochen. Diese Rasse ist deutlich älter als die Felegyhazaer Tümmler und gilt als "Zigeuner" unter den Tümmlern. Auch diese Rasse hat eine weltweite Verbreitung gefunden. Es zeigen sich aber in den einzelnen Ländern und Regionen Unterschiede im Typ. So wird z.B. in den USA großer Wert auf eine üppige Haubenstruktur gelegt.

Es wurden die Merkmale dieser Rasse, deren Farbenschläge bzw. Zeichnung und die groben Fehler beschrieben. Ein Vitalitätszeichen dieser Tümmlerrasse ist ein feurigroter Augenrand. Die Komorner brauchen bei der Jungenaufzucht ca. fünf Tage länger als die "Felis".

Rückblick auf die Jahreshauptversammlung

 

 

Am 07.04. fand unsere diesjährige JHV im Versammlungslokal in Thörey statt.

 

75 Mitglieder waren der Einladung unseres 1. Vorsitzenden gefolgt. Holger Kaps eröffnet die Versammlung um 20:00 Uhr und verlaß zunächst eine Liste der entschuldigten Mitglieder. Anschließend verlaß Schriftführer Dieter Kästner das Protokoll der letzten Monatsversammlung. Dieses wurde ohne Änderungen von der Versammlung genehmigt.

 

Im Punkt Neuaufnahmen stellte sich Zuchtfreund Sven Löbnitz aus Isserstedt vor. Er züchtet sehr erfolgreich Thüringer Kropftauben. Seinem Antrag auf Mitgliedschaft wurde durch die Versammlung einstimmig stattgegeben.

 

Sowohl die letztjährige VDT-Schau als auch das leidige Thema der Vogelgrippe waren zentrale Bestandteile der Jahresberichte des Vorstandes. Der 1. Vorsitzende Holger Kaps sowie der Zuchtwart Jürgen Weichold betonten in ihren Berichten, dass wir für die Durchführung der VDT-Schau in Erfurt von vielen Seiten Lob bekommen haben. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass diese für unseren Verein in vielen Punkten ein Erfolg war. Trotz des Verkaufsverbotes und der damit verbundenen finanziellen Einbußen konnte ein Gewinn erzielt werden, auch züchterisch war die Schau für uns ein voller Erfolg. So konnten 41. Deutsche Meisterschaften an Mitglieder unseres Vereines vergeben werden, zusätzlich belegten wir in der Vereinswertung den 1. Platz.

In einer emotionalen Rede dankte Holger Kaps allen Zuchtfreunden, welche sich aktiv an dem Aufbau, der Durchführung und dem Abbau der VDT-Schau beteiligt haben. Besonders hob er die gezeigten Leistungen unserer älteren Zuchtfreunde heraus, welche mit z.T. über 70 Jahren so manch Jüngerem in nichts nachstanden.

Sowohl Holger Kaps als auch Jürgen Weichold erwähnten in ihren Berichten lobend, dass es auch im 16. Jahr nach der Gründung des Vereines gelungen ist in jeder Monatsversammlung einen Referenten zu gewinnen. Dies ist nicht in vielen Vereinen der Fall. Beide riefen unsere Mitglieder auf auch selbst einen Vortrag auszuarbeiten und so ihre Rassen oder Erfahrungen in der Zucht vorzustellen.

 

Durch den Zuchtwart wurde auch auf viele Erfolge unserer Mitglieder auf anderen Ausstellungen eingegangen, in seinem Bericht blickte er nochmals auf die Landesverbandsschau Thüringens zurück. Hier konnten 9 Züchter unseres Vereines mit ihren Rassen den Titel des Landesmeisters erringen.

 

Michael Kley konnte in seinem Bericht als Kassierer auf eine positive Bilanz verweisen. Er betonte, dass die Abwicklung der VDT-Schau für ihn ein gehöriges Maß an Mehrarbeit bedeutete. Auch zum jetzigen Zeitpunkt sind noch nicht alle Transaktionen abgeschlossen.

 

Mathias Hauck hielt den Bericht der Kassenprüfer. Er konnte dem Kassierer eine vorbildliche Kassenführung bescheinigen und beantragte den Kassierer und den Gesamtvorstand zu entlasten. Seinem Antrag wurde einstimmig stattgegeben.

 

Der Punkt Wahlen wurde durch unseren 2. Vorsitzenden Volker Flachsbarth durchgeführt. In einer offenen Abstimmung konnten die zur Wahl stehenden Vorstandsmitglieder

 

         Holger Kaps                     1. Vorsitzender

         Michael Kley                     1. Kassierer

         Jürgen Weichold               Zuchtwart

         Jens Wohlfart                   Ringwart 

 

in ihren Ämtern bestätigt werden. In einer Ergänzungswahl wurde Michael Hüter zum Verantwortlichen für Öffentlichkeitsarbeit gewählt. Als neuer Kassenprüfer wurde Wilfried Cramer ernannt.

 

Der Punkt Ehrungen nahm traditionell den größten Tagesordnungspunkt ein. Zunächst wurden alle anwesenden Erringer der Dt.Meistertitel mit Urkunde und Wimpel vom VDT sowie einer Tasse mit dem jeweiligen Rassemotiv vom RTC geehrt. Anschließend zeichnete Holger Kaps verdiente Zuchtfreunde mit VDT-Ehrennadeln aus.

 

VDT-Gold:      Helmut Köllner, Bernd Eberhardt und Heinz Jörg Hausemann

VDT-Silber:    Eberhard Deckert, Mario Merten, Roland Kirsten, Florian Wohlfart, Joachim Seeber, Werner Schmidt, Reiner Dönigus,

                       Norbert Berthold, Friedhelm Böttger, Gerhard Baumgart und Michael Hüter.

 

Im Punkt Verschiedenes gab Michael Hüter einen kleinen Rückblick auf den Landesverbandstag in Barchfeld.

 

Holger Kaps beendete die Versammlung um 21:30 Uhr und wünschte allen Anwesenden eine gute Heimfahrt.

Ergebnisse der 65. VDT-Schau 2016

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